„Für mich bedeutet Cellospielen, Geschichten zu erzählen.“

– Joanna Sachryn

Über mich

Die in Polen geborene Cellistin Joanna Sachryn überzeugt mit Ausdrucksstärke und einer Persönlichkeit, die sich bewusst nicht in Schablonen fassen lassen. Ihre enorme Bühnenpräsenz und ihr unverwechselbarer Cello-Klang spiegeln ihre universale Erfahrung als Musikerin wider.

FOTO von Zuzanna Specjal

„Ich schätze die Vielseitigkeit und habe seit meinen jüngsten Jahren das Universale und das möglichst weite Feld des Wissens und der Wahrnehmung als Vorbild eines Künstlers gesehen. Wissen und Erfahrung spielen eine große Rolle bei Wahrnehmung einer Komposition. Sie schenken der inneren Gestaltungskraft eine ganze Palette an Ausdrucksmöglichkeiten und bereichern unsere Fantasie.So kann ich den Raum zwischen den Noten mit einer Aussage füllen, die Gedanken und die Gefühlswelt des Komponisten aus dem Notentext entwickeln, ihnen meine persönliche Kontur geben.Das Cello ist meine Stimme.Musik machen bedeutet für mich, Erzählen„

Sie bewegt sich stilsicher durch die Epochen. Ihr Repertoire umfasst Werke von J. Porpora, F. Couperin, über J. Haydn, L. Boccherini, über die großen romantischen Konzerte von C. Saint-Saëns, E. Lalo, R. Schumann, A. Dvořák, E. Elgar bis zu Schostakowitsch, F. Gulda (Konzert für Cello und Blasorchester), R. Strauss (Don Quixote). Ein besonderes Anliegen sind ihr die Konzerte Nr. 1 der polnischen Komponistin Grazyna Bacewicz sowie das außergewöhnlich farben- und abwechslungsreiche Konzert von Paul Hindemith (1940).

Die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten ist ihr ein wichtiges Anliegen. Mit dem Madrid Festival Orchestra spielte sie in 2023 die Welt-Premiere der ihr gewidmeten Paysage Intime von Tomasz Skweres. Die Cello – Klavier Fassung diesen Werkes führte sie mit dem spanischen Pianisten Pablo Amorós bei Festival Musika Música Bilbao in 2022 auf. In 2019 in Wien fand die Uraufführung der ihr von Tomasz Skweres gewidmeten Katakomben für Orgel, Violine und Cello statt. Der berühmte polnische Komponisten Krzysztof Meyer widmete ihr sein Adagio serioso Op.141 gewidmet. Edition Sikorski.

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Als Solistin konzertierte sie u. a. mit dem Korean Chamber Orchestra, dem Wernigerode Kammerorchester, dem Philharmonischen Orchester Regensburg, den Württembergischen Symphonikern, dem Oradea Staatsorchester, der Filarmonica „Paul Constantinescu“ Ploiești, der Orquesta Filarmónica de Málaga und dem Deutschen Radio Kammerorchester. Gemeinsam mit dem Deutschen Radio Kammerorchester spielte sie Kol Nidrei von M. Bruch und die Élégie von G. Fauré im Rahmen der Holocaust Memorial Concerts der Vereinten Nationen in Genf und im LAC Lugano.

Ihre große Leidenschaft gilt der Kammermusik. Seit 1999 ist sie Cellistin des international renommierten Kölner Klaviertrios. Mit dem Pianisten Paul Rivinius spielte sie bereits zu Studienzeiten. Die gemeinsamen Auftritte (u. a. in der Alten Oper Frankfurt und im Sendesaal des Hessischen Rundfunks) wurden von Publikum und Presse begeistert aufgenommen. In der Saison 2017/18 hat sich das Duo wieder zusammengefunden. 2020 erschien bei Kaleidos die Welt-Ersteinspielung der Sonaten von Ferdinand Hiller und Anton Urspruch (Forgotten Treasures), 2023 folgte die CD Meyer–Schostakowitsch.

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Sie konzertierte auf internationalen Bühnen und bei Festivals wie Alte Oper Frankfurt, Musikverein Wien, Cecilia Meirelles Hall Rio de Janeiro, Seoul Kumho Concert Hall, Lotte Concert Hall und Seoul Arts Center, Suntory Hall Tokio, Beijing National Center for the Performing Arts, Oriental Art Center und Shanghai Symphony Hall, Shenzhen City Hall, beim Schleswig-Holstein Music Festival, Menuhin Festival Gstaad, Shanghai Spring Festival, Liana Issakadze Festival in Georgien, International Cello Festival Katowice in Polen, Festival Musika-Musika Bilbao oder Mendelssohn Festival Duszniki Zdrój in Polen.

Als Preisträgerin nationaler Wettbewerbe und nach dem Abschlussdiplom mit Auszeichnung am Musiklyzeum in Szczecin setzte sie das Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt bei Professor Gerhard Mantel fort. Nach dem Konzertexamen ermöglichte ein Stipendium ein Studium in der Klasse des weltberühmten Cello-Pädagogen William Pleeth in London. Die entscheidenden Impulse durch Repertoirestudien mit Mstislaw Rostropowitsch und Daniil Schafran festigten ihre Wurzeln in der slawischen Tradition. Bereits mit 17 Jahren machte Joanna Sachryn als jüngste Solocellistin Polens am Stettiner Opernhaus auf sich aufmerksam. Nach ihrem Studium folgten Engagements in Spitzenorchestern Europas und somit die Zusammenarbeit mit den besten Dirigenten und Musikern – darunter Staatsoper Hamburg, The Philharmonia Orchestra London, WDR-Sinfonieorchester, Münchner Philharmoniker, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und The Chamber Orchestra of Europe.

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Im Alter von 17 Jahren erregte Joanna Sachryn als Polens jüngste Solocellistin an der Oper in Stettin Aufmerksamkeit. Nach Abschluss ihres Studiums wurde sie von führenden europäischen Orchestern engagiert und trat unter renommierten Dirigenten und an der Seite herausragender Musiker auf, darunter die Hamburger Staatsoper, das Philharmonia Orchestra London, das WDR Sinfonieorchester, die Münchner Philharmoniker, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und das Chamber Orchestra of Europe.

Pädagogik

Joanna ist Professorin für Violoncello an der Yehudi-Menuhin-Schule in Qingdao, China, und Gastdozentin an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Berlin. Sie gibt regelmäßig Meisterkurse an Institutionen wie dem Internationalen Haus Marteau (haus-marteau.de).
Sie war Gastprofessorin an der Tongji-Universität in Shanghai und lehrte an der Musikakademie Kassel. Darüber hinaus gab sie Meisterkurse an weiteren renommierten Institutionen, darunter das Zentrale Konservatorium Peking, das Shanghaier Konservatorium, das Zhejiang-Konservatorium in Hangzhou, die Musikakademie Katowice, die Universität São Paulo und die Seoul National University.

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„Unterrichten – der Dialog mit jungen, wissbegierigen Musikern – fasziniert mich zutiefst. Dieser Austausch schärft und erneuert stetig die eigene Perspektive. Die Eckpfeiler meines Unterrichts sind das Bewusstsein für die Tradition, die Arbeit mit dem Text, das Stilverständnis, die Übungsmethodik und die Integration musikalischer und interpretatorischer Ideen in ihre technische Umsetzung. Ziel ist stets die Förderung der individuellen Selbstständigkeit jedes einzelnen Schülers. Mein eigenes Studium führte mich zu den größten Cellisten und Persönlichkeiten unserer Zeit. Dies ermöglicht es mir, innerhalb einer Tradition zu wachsen, die ich in meinem Unterricht bewusst fortführe.“

„Ich hatte das Glück, über zwei Jahre lang Cellorepertoire bei Mstislav Rostropovich zu studieren. Er legte großen Wert auf Klangfarbe und nuanciertes Vibrato. Seiner Ansicht nach ist Vibrato kein ständiges Zittern, sondern eine Frage der Intelligenz. Für mich gilt dies nach wie vor uneingeschränkt. Der rechte Arm ist verantwortlich für Energieübertragung, Klangfarbe, Dynamik, Diktion und Artikulation. Die linke Hand greift die Saiten – die rechte Hand macht die Musik.“

Für William Pleeth war es unerlässlich, sich von rein musikalischen Ideen leiten zu lassen, nicht von Fingersätzen oder technischen Überlegungen.

Das Musizieren mit Nikolaus Harnoncourt hat mein Musikverständnis grundlegend verändert. Sein Mut, über das Vertraute hinauszudenken und zu spielen, hat mich tiefgreifend beeinflusst und meinen eigenen Ansatz bestärkt. Für mich ist die Treue zum Notentext wie der Bau eines Hauses mit festen Wänden – darin bin ich frei, mich zu bewegen.